Traumatherapie

Traumatherapie

in Baden und 1120 Wien

Als Trauma wird laut WHO (1991) ein kurz- oder langanhaltendes Ereignis oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung mit katastrophalem Ausmaß verstanden. Traumatische Erlebnisse können Lebensgefahr, tatsächliche oder drohende schwere Körperverletzung oder sexuelle Gewalt beinhalten. Dabei kann die körperliche Bedrohung gegen die eigene Person oder gegen andere gerichtet sein. Beispiele sind Verkehrsunfälle, Überfälle, Vergewaltigungen, Naturkatastrophen, Terroranschläge, lebensbedrohliche körperliche Erkrankungen oder belastende medizinische Eingriffe.

Es wird zwischen einmaligen, zeitlich begrenzten Traumata (z.B. Gewaltverbrechen) und langanhaltendenden, zwischenmenschlichen Traumata (z.B. wiederholte sexuelle oder körperliche Gewalt in Familie oder Partnerschaft) unterschieden. Die erlebten Traumata können zu schweren psychischen Beeinträchtigungen führen. Das längerfristige Auftreten psychischer Symptome nach einem Trauma kann als Posttraumatische Belastungsstörung  oder komplexe posttraumatische Belastungsstörung zusammengefasst werden.

Welche seelischen Probleme können nach einem Trauma auftreten?

Jeder Mensch reagiert auf ein traumatisches Ereignis auf seine eigene Art und Weise. Allerdings gibt es Reaktionen, die bei vielen Menschen vorkommen, die ein Trauma erlebt haben. Typische Reaktionen sind:

  • Ungewolltes Wiedererleben des Traumas (sog. Flashbacks), Alpträume
  • Schwierigkeiten, sich an Einzelheiten des traumatischen Erlebnisses zu erinnern, Gedächtnislücken
  • Vermeidung von Orten, Personen, Gesprächen, Gerüchen usw., die Erinnerungen an das Trauma auslösen
  • Negative Gefühle und Überzeugungen, Erschütterung des Ich- und Weltverständnisses
  • Interessensverlust, Gefühlstaubheit und Entfremdung
  • Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit, Ärger und riskantes Verhalten
  • Übermäßige Wachsamkeit und Schreckreaktionen

Unmittelbar nach einem Trauma sind diese Symptome völlig normal und verständlich. Der Körper und Geist verarbeiten das Trauma. Man spricht hier von einer akuten Belastungsreaktion. Bei vielen Menschen klingen die Symptome von allein nach einigen Wochen und Monaten ab. Bei manchen aber bleiben diese Symptome längerfristig (länger als sechs Monate), dann spricht man von einer Posttraumtischen Belastungsstörung.

Welche anderen Probleme können nach einem traumatischen Erlebnis auftreten?

  • Ängste, Phobien
  • Depression
  • Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum
  • Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen
  • Probleme im Selbstbild und im Umgang mit Gefühlen
  • Körperliche und/oder materielle Einschränkungen

Wann ist eine Traumatherapie sinnvoll?

Wenn bereits mehr als drei Monate nach dem Trauma vergangen sind und Sie weiterhin unter belastenden Symptomen leiden, dann ist eine Psychotherapie zu empfehlen. Zwar ist auch nach drei Monaten noch eine Besserung ohne Hilfe möglich, sie tritt aber noch seltener auf als innerhalb der ersten drei Monate nach dem Trauma. Diese Empfehlung ist lediglich als grober Hinweis zu verstehen.

Welche psychotherapeutischen Behandlungs­möglichkeiten der post­traumatischen Belastungs­syndrome gibt es und welche wende ich an?

In internationalen Behandlungsleitlinien wird hier v.a. die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung empfohlen, die sich auf die Erinnerungen an das Trauma konzentriert sowie die Methode der Desensibilisierung und Aufarbeitung durch Augenbewegungen (Eye Movement Desensitization and Reprocessing, EMDR).

Eine Traumatherapie umfasst häufig mehrere Phasen:

In einer ersten Phase der Behandlung versuche ich als Traumatherapeutin einen Überblick über Ihre Problematik zu gewinnen, diese zu verstehen und zu diagnostizieren.

In der zweiten Phase arbeiten wir daran, Ihre Ressourcen zu mobilisieren, gesunde Verhaltensweisen zu stärken und auszubauen sowie mittels Achtsamkeits- und Entspannungsübungen angenehme und positive Gefühle zu verstärken und zu stabilisieren.

In einer dritten Phase übermittle ich Ihnen Informationen über posttraumatische Belastungssyndrome sowie über die Wirkweise der Traumakonfrontation.

In der vierten Phase findet – wenn bei Ihnen eine ausreichende innere und äußere Stabilisierung vorliegt – die eigentliche Traumabewältigung und Traumakonfrontation statt.

Hier stehen mir als Traumatherapeutin unterschiedliche Methoden zur Verfügung, die ich in Absprache mit Ihnen einsetzen kann:

  • Imaginatives Überschreiben und Durcharbeiten (Imagery Rescriping & Reprocessing, IRRT nach Schmucker),
  • Konfrontation in sensu und in vivo (prolongierte Exposition nach Foa),
  • Schematherapie nach Young,
  • Dokumentarfilmtechnik,
  • Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR nach Shapiro).

 In der letzten Phase der Behandlung wird gemeinsam erarbeitet, inwieweit eine Verbesserung der Problematik eingetreten ist oder ob noch Probleme bestehen. Gegebenenfalls wird nochmals eine Traumakonfrontation durchgeführt. Themen der Sinnfindung und Integration des Traumas in den Alltag werden besprochen.